Die derzeitige Situation ist für viele Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens sehr einschneidend. Auch an den Tierparks, Zoos und Wildparks in Deutschland gehen die Folgen der Coronaprophylaxe nicht spurlos vorbei.

Das oberste Ziel der Mitglieder der Deutschen Tierparkgesellschaft (DTG) e.V. ist die Gesunderhaltung von Mensch und Tier und natürlich der Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze. Sehr verschiedene Maßnahmen wurden von den Mitgliedparks ergriffen um den Fortbestand jedes einzelnen Tierparks zu gewährleisten. Die DTG vereint über 100 unterschiedliche Tierparks, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Gesellschaftsform (Verein, gGmbH, Privatunternehmen, öffentliche Einrichtung, etc.) unterschiedlich harte Einschnitte erdulden müssen. Zum Schutz der Gesundheit arbeitet die Tierpflege zum Beispiel in getrennten Teams, die untereinander keinen Kontakt haben.

Gravierendster Einschnitt ist aber sicher die behördliche Schließung für die Besucher. Und das bedeutet für die Parks, die sich im Wesentlichen durch den Eintritt finanziert – keine Besucher, keine Einnahmen. Die Mitglieder der DTG gehen mit dem Thema Tiermanagement, also Erhaltungszucht, Tierabgabe und Tierabgang, also auch Schlachtung, transparent um. In vielen Parks gibt es sogar edukative Elemente zu diesem Thema.

Wer Tiere hält, muss auch für deren Futter aufkommen. Und im Falle von Raubtieren, wie den Leoparden, Löwen und Tigern, ist das natürlich Fleisch. Es macht ethisch schließlich überhaupt keinen Unterschied, ob das Fleisch für die Fleischfresser von irgendwo anders oder von Zootieren kommt. Das Leben jedes Tieres, ob Zootier oder nicht, ist gleich wertvoll. Wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit dem Thema Schlachten. Die Tierparks achten auf eine verantwortungsvolle Herkunft unserer Futtertiere. Aus diesem Grund werden auch zum Beispiel zooeigene Hirsche, Schafe oder Ziegen zur Ernährung der Fleischfresser genutzt. Hier kennen die Parks die Haltung genau. Dieses Vorgehen ist übliche Praxis und wird transparent berichtet.

Das Zoos aus rein finanzieller Not Tiere schlachten müssen, wie jüngst in manchen Medien berichtet, weil sie ihre Schützlinge nicht mehr ernähren können, hält Jan Bauer, DTG-Geschäftsführer, für ausgeschlossen. „Man muss sich nicht jedem irgendwie ausdenkbaren Szenario in Gedanken hingeben.“ So der Geschäftsführer. „Die Tierparks werden ihrer Verantwortung gegenüber den Tieren auch in diesen harten Zeiten gerecht.“ Auch in Krisenzeiten können die Mitglieder der DTG auf ein funktionierendes Netzwerk setzen. Hilfe aus anderen Zoos bei der Stellung von Futter oder der Aufnahme von Tieren ist unter Kollegen eine Selbstverständlichkeit.

Eine große Solidaritäts- und Unterstützungswelle erfahren die Tierparks zurzeit. Viele erhalten Spenden, Tierpatenschaften oder anderweitige Unterstützung. Wichtig für die Tierparks wird die Unterstützung durch die öffentliche Hand in Form eines Rettungsschirmes sein, der dringend gefordert ist.

Bis zur Öffnung, die hoffentlich bald erfolgt, berichten viele Parks in den sozialen Medien über ihre Arbeit und senden den Besuchern tolle Bilder von ihren Lieblingstieren nach Hause.