Das Hochwasser der Neiße hat nach mehreren Dammbrüchen am Sonnabend (7. August 2010) gegen 19 Uhr den in der Weinau gelegenen Tierpark Zittau fast vollständig überflutet. Bereits nach zehn Minuten stand das Wasser einen Meter hoch, nach einer halben Stunde sogar bis zu zweieinhalb Meter. Auch unter Aufbietung aller Kräfte konnte das Tierparkteam nicht alle der 360 Tiere retten. An Verlusten sind zehn Lamas, ein Pferd, ein Gürteltier, ein Ara sowie einige weitere Tiere zu beklagen. Viele von ihnen waren stadtbekannte Tierpersönlichkeiten. Strömung und einsetzende Dunkelheit erschwerten die dramatischen Rettungsaktionen.

Das Tierparkgelände wurde unglaublich schnell überflutet. Als der Pegel endlich sank, blieben großflächige Senken gefüllt.
„Viele Tiere waren in Panik, auch durch die umgestürzten Bäume“,
beschreibt Tierparkdirektor Bernd Großer die kritische Situation. So
konnte Trampeltier "Mustafa" erst nach 14 Stunden dazu bewegt werden,
denjenigen Platz zu verlassen, an dem es von der Flut überrascht wurde.
Ebenso schwierig gestaltete sich die Rettung eines Pferdes, das bereits
bis zum Hals im Wasser stand und nicht von der Seite seines toten
Artgenossens weichen wollte.

Evakuierung eines Trampeltiers durch die Tierparkmitarbeiter. Foto: Matthias Weber, Großhennersdorf

Fortbewegung auf Tierparkwegen mit dem Boot. Foto: Thomas Knorr, Zittau
Die Schäden an Gebäuden und Gehegen sind enorm und lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Vom Ernst der Lage überzeugte sich vor Ort im Tierpark auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Bis zu 1,5 Meter hoch stand das Wasser am Montag noch in den niedriger gelegenen Geländeteilen. Seit Dienstag pumpt das THW pausenlos Wasser aus der Weinau ab.

In den Wassermassen gingen die Gehege, Parkmobiliar, Spielplätze, eine Jurte sowie die vielen, liebevoll errichteten Lehmbauten unter. Auch der Bereich des Wirtschaftshof stand komplett unter Wasser. Hier entstand großer Schaden an der technischen Ausstattung.
Die verbliebenen Tiere befinden sich inzwischen in Sicherheit. Soforthilfe bei der Versorgung mit Futter sowie der Unterbringung von Tieren leistete der Tierpark Görlitz. Auch Privatleute nahmen zahlreiche Tiere auf.
Die Deutsche Tierpark-Gesellschaft hat eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Bitte unterstützen Sie diese nach Kräften mit Überweisungen auf folgendes Spendenkonto:
Deutsche Tierpark-Gesellschaft
Kontonummer: 10 41 77 001
Bankleitzahl: 800 636 48
Volks- und Raiffeisenbank Saale-Unstrut eG
(BIC GEN0DEF1NMB, IBAN DE58800636480104177001)
Aus naheliegenden Gründen muss der Tierpark bis auf weiteres geschlossen bleiben.
> Nachrichtenbeitrag von Oberlausitz TV mit aktuellen Bildern aus dem Tierpark Zittau und einem Interview mit Tierparkdirektor Bernd Großer
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„Viele Tiere waren in Panik, auch durch die umgestürzten Bäume“,
beschreibt Tierparkdirektor Bernd Großer die kritische Situation. So
konnte Trampeltier "Mustafa" erst nach 14 Stunden dazu bewegt werden,
denjenigen Platz zu verlassen, an dem es von der Flut überrascht wurde.
Ebenso schwierig gestaltete sich die Rettung eines Pferdes, das bereits
bis zum Hals im Wasser stand und nicht von der Seite seines toten
Artgenossens weichen wollte.