Artenvielfalt erhalten und Lebensräume schützen – Zoos engagieren sich für den Amphibienschutz
Frosch, Kröte und Salamander sind in Gefahr. Die Bestände der Amphibien nehmen weltweit ab. Ein Drittel aller Arten ist gefährdet. Über 120 Arten sind in den letzten Jahren ausgestorben. Mit einem langfristigen Programm wollen die deutschen Zooverbände in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) dazu beitragen, die Biodiversität im Bereich der Amphibien zu erhalten.
Der Weltzoo-Verband (WAZA) hatte 2008 zum „Jahr des Frosches“ ausgerufen. Die Zoos im deutschsprachigen Raum spendeten damals rund 70.000 EUR für den Amphibienschutz. Die Zooverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren aber der Meinung, dass mit einer zeitlich befristeten Kampagne wenig erreicht werden könne. Sie hatten sich deshalb bereits 2007 mit der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zusammen gefunden, um ein langfristiges Amphibienschutzprogramm ins Leben zu rufen, an dem sich sowohl die Zoos, Tier- und Wildparks im deutschsprachigen Raum als auch Privathalter beteiligen sollten. Dieses Programm verfolgt unterschiedliche Ziele, wie Information der Zoobesucher und der breiten Öffentlichkeit, Thematisieren des Amphibienschutzes im Rahmen des Zoo-Unterrichts, Schaffen der Voraussetzungen für langfristige Zuchtprogramme, ökologische Aufwertung der Zoogelände zur Schaffung von Lebensräumen für heimische Amphibien, Betreuen von Schutzgebieten, Unterstützen von Zoos und Behörden in Entwicklungsländern mit einer hohen Artenvielfalt, und Beteiligung an Forschungs- und Schutzprojekten in Entwicklungsländern.
Start für das Programm war ein im Juni 2007 in Chemnitz durchgeführter Amphibienkurs, an dem Vertreter der Zooverbände, der Zoos und der DGHT teilnahmen. Seitdem bildet der Berufsverband der Zootierpfleger regelmäßig Tierpfleger für die Betreuung von Amphibien aus. Es wurden von einem DGHT-Mitglied koordinierte Zuchtprogramme für etwa ein Dutzend Arten in Angriff genommen, in Zusammenarbeit mit dem Verband deutschsprachiger Zoopädagogen, der Stiftung Artenschutz sowie dem Deutschen Wildgehege-Verband wurden Flugblätter und Lehrmittel herausgegeben. Mehrere Zoos bauten neue Amphibienausstellungen.
Um einen weiteren Teil der Schutzbestrebungen zu finanzieren, sammelten Zoos und Verbände in den Jahren 2008/2009 rund 41.000 EUR, die von der Stiftung Artenschutz treuhänderisch verwaltet wurden. Damit können vier Feldprojekte in den Alpen, in Bolivien, Guyana und Vietnam sowie eine Analyse des regionalen Handels mit Krokodilmolchen in Südostasien tatkräftig unterstützt werden.
Im Rahmen des Jahres der Biodiversität besonders bemerkenswert sind die Anstrengungen von bislang etwa 20 Zoos zu Förderung der lokalen Biodiversität durch Wiederherstellen und Unterhalten von Amphibienlebensräumen und, in besonderen Fällen, die Wiederansiedlung lokal ausgestorbener Arten, wie des Kammmolchs oder des Laubfroschs. Dazu arbeiten die Zoos eng mit lokalen Naturschutzorganisationen und Behörden zusammen. (Bearbeitet, nach einer Pressemitteilung von Dr. Peter Dollinger, VDZ)





