Am 3. September ist Tag des Feuersalamanders. Der Aktionstag macht auf eine heimische Amphibienart aufmerksam, die vielen Menschen durch ihre auffällige schwarz-gelbe Zeichnung vertraut ist – deren Bestände in Nordrhein-Westfalen jedoch zunehmend unter Druck stehen. Lebensraumverlust, Straßenverkehr und die Salamanderpest bedrohen den Feuersalamander in vielen Regionen erheblich.
Die Deutsche Tierpark-Gesellschaft und ihre Mitgliedseinrichtungen setzen sich gemeinsam mit Naturschutzverbänden, Wissenschaft, Forstwirtschaft, Kommunen und zoologischen Einrichtungen für den Schutz dieser besonderen Art ein. Der Aktionstag zeigt: Wirksamer Artenschutz gelingt nur gemeinsam und braucht dauerhaft intakte Lebensräume.
Ein heimischer Lurch in Gefahr
Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) lebt vor allem in naturnahen, strukturreichen Laub- und Mischwäldern mit sauberen, kühlen Bachläufen. Dort setzen die Weibchen ihre Larven ins Wasser ab. Verrohrte oder verschmutzte Bäche, fehlende Versteckmöglichkeiten im Wald sowie Straßen, die Lebensräume zerschneiden, erschweren sein Überleben.
Eine besonders gravierende Gefahr ist der eingeschleppte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal. Er verursacht die sogenannte Salamanderpest und kann für Feuersalamander tödlich verlaufen. Der Erreger wurde am 3. September 2013 wissenschaftlich erstmals beschrieben – deshalb findet der Tag des Feuersalamanders jährlich an diesem Datum statt.
Mehr Hintergründe zur Erkrankung und zu Schutzmaßnahmen bietet das Bundesamt für Naturschutz.
Ein landesweites Netzwerk für NRW
Seit April 2025 baut der NABU NRW – gefördert durch die NRW-Stiftung – im Projekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ ein landesweites Netzwerk für Schutzaktivitäten auf. 2026 begann die Auswahl von Flächen, die künftig ökologisch aufgewertet werden sollen. Landesweit wurden bereits mehr als 60 geeignete Lebensräume identifiziert.
Ab 2027 sollen erste konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise:
- Die Renaturierung und ökologische Aufwertung von Bächen und Quellbereichen
- Die Verbesserung von Waldstrukturen entlang von Gewässern
- Schutzmaßnahmen an Straßen und anderen Barrieren
- Die Vernetzung bestehender Schutzprojekte und der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis
- Bildungsangebote und Informationen für die Öffentlichkeit
Die DTG unterstützt den Austausch zwischen zoologischen Einrichtungen und weiteren Akteuren des Artenschutzes. Zoos und Tierparks tragen durch Bildungsarbeit, die Pflege und Zucht bedrohter Amphibienarten sowie durch die Vermittlung ihrer ökologischen Bedeutung dazu bei, Aufmerksamkeit und Unterstützung für den Amphibienschutz zu schaffen.
Feuersalamander erleben – mit Rücksicht
Im Herbst lassen sich Feuersalamander mit etwas Glück an feuchten Abenden in naturnahen Laubwäldern beobachten. Wer die Tiere in der Natur entdeckt, sollte Abstand halten: Feuersalamander dürfen weder angefasst noch mitgenommen werden. Besonders wichtig ist es, Schuhe, Kleidung und Ausrüstung nach Aufenthalten in Wald- und Gewässerbereichen sorgfältig zu reinigen. So kann die unbeabsichtigte Verbreitung von Krankheitserregern wie Bsal verringert werden.
Eine gute Möglichkeit, Feuersalamander ganzjährig und aus nächster Nähe kennenzulernen, bieten viele zoologische Einrichtungen. Sie vermitteln Wissen über die Lebensweise der Tiere, ihre Gefährdung und die Bedeutung funktionierender Ökosysteme.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Der Feuersalamander steht stellvertretend für die weltweite Krise der Amphibien. Sein Schutz ist daher mehr als der Schutz einer einzelnen Art: Er bedeutet, Bäche, Wälder und ganze Lebensgemeinschaften zu erhalten und wiederherzustellen.
Am Tag des Feuersalamanders laden wir dazu ein, genauer hinzusehen, Wissen weiterzugeben und Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass der Feuersalamander auch künftig zu den charakteristischen Bewohnern unserer heimischen Wälder zählt.
Weiterführende Informationen
NABU NRW: Zukunft des Feuersalamanders in NRW
Bundesamt für Naturschutz: Feuersalamander und Salamanderpest
NABU: Feuersalamander – Steckbrief und Schutz
Amphibian Ark – internationaler Amphibienschutz
IUCN Red List: Salamandra salamandra
Foto© Dr. Jonas Virgo_1: Feuersalamander






